Bereichsausbildung neuer Motorsägenführer

Arbeiten mit der Motorsäge gehören zu den gefährlichsten überhaupt. Im Durchschnitt haben 10% aller professionellen Waldarbeiter einen Unfall im Jahr. Im Einsatz können die Kräfte des THW nicht auf Routine zählen, es gilt, trotz Adrenalin im Blut und Zeitdruck im Nacken, einen kühlen Kopf zu bewahren, um auch mit der Kettensäge sicher umgehen zu können. Die umfangreiche Ausbildung und kompetente Ausbilder sind die Basis der Bereichsausbildung für neue Motorsägenführer. Neun Einsatzkräfte haben dieses anspruchsvolle Training durchlaufen und ihre Prüfung bestanden. Herzlichen Glückwunsch!

Fällkeil, Halteband, Führungsschnitt, Bruchleiste, Stechschnitt, Trennschnitt… Viele neue Fachbegriffe, die erklärt und vermittelt werden. Wie müssen die Schnitte ausgeführt werden, damit der Baum kontrolliert und in exakt die Richtung fällt, die ausgewählt wurde und mit der eine Gefährung von sich und anderen Personen ausgeschlossen ist?

Wie wird die Motorsäge fachgerecht gepflegt, welche Schutzkleidung ist sinnvoll oder gar zwingend vorgeschrieben?

Worauf muss ich als Einsatzkraft achten, wenn ich an die Einsatzstelle komme, welche Gefahren kann ich erkennen, mit welchen muss ich rechnen?

Das Team der Ausbilder um Mario Buske haben sich gründlich vorbereitet und an vier Wochenenden den „Neuen“ in aufeinander aufbauenden Lehrgängen gezeigt, wie die Motorsäge sicher eingesetzt werden kann und muss. Ein echtes Highlight ist dabei ganz sicher der „Baum-Biege-Simulator“, der mit Hydraulik-Kraft das Holz vorspannt, so dass die Einsatzkräfte auch auf schwierige, unter Umständen lebensgefährliche Situationen unter kontrollierten Bedingungen vorbereitet werden können. Im ganzen Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gibt es dieses Ausbildungsgerät nur ein einziges Mal.

Begonnen mit einfache Sägearbeiten, Demontage und Montage der Schiene und der Kette, üben an Totholz auf dem Bauhof, sägen von Holz unter Spannung mit dem Biege-Simulator, bis hin zum Fällen von Bäumen im Wald (rund 60 Bäume wurden im Rahmen der Ausbildung gefällt), die Ausbildung ist sehr anstrengend und äußerst fordernd. Wer am Anfang noch Probleme hatte, sein Arbeitsgerät überhaupt anzuwerfen, war am Ende in der Lage, einen Baum so zu beurteilen, dass die Gefährdung auf ein absolutes Minimum beschränkt wird.

Die neuen Motorsägenführer haben am Ende ihre Prüfung bestanden,  und dürfen nun, bis zur nächsten jährlichen Unterweisung, im Einsatz z.B. zur Räumung von Verkehrswegen, aber auch Rettung von Personen einsetzen. Die schwierigen Verhältnisse, wie Windwurf, Windbruch oder Holz unter Spannung haben damit ihre Herausforderung keinesfalls verloren, aber ihren Schrecken.

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