Feuer und Explosion in Hochbunkern: Technische Hilfeleistung für die Feuerwehr

Innerhalb einer Woche brachen in zwei Hochbunkern aus dem zweiten Weltkrieg in Hamburg-Rothenburgsort und Hamburg-Bahrenfeld jeweils Feuer aus. Während der Brandbekämfung unter diesen äußerst ungewöhnlichen Umständen forderte die Feuerwehr Hamburg das THW zur Unterstützung an.

Bereits am Dienstag entzündete sich, nach ersten Erkenntnissen, ein Feuer in einem Tischlereibetrieb im 6-stöckigen Hochbunker in Rothenburgsort. Nachdem der Brand bereits eingedämmt schien, kam es zu einer Durchzündung mit einer erheblichen Druckwelle. Das Problem für die Feuerwehr: Hochbunker haben keine Fenster und größere Zugänge, durch die an den Brandherd heranzukommen ist.

Die Explosion führte zu Beschädigungen an den umliegenden Häusern, die Fassaden rußgeschwärzt, Fenster geborsten. Insgesamt wurden fast 50 Personen verletzt, einige Einsatzkräfte sogar schwer. Rund 200 Wohnungen mussten evakuiert werden.

Der Gruppenführer der Fachgruppe Sprengen aus Altona beriet mit den Verantwortlichen vor Ort, ob mittels Sprengladungen ein Zugang für Löschwasser geschaffen werden kann. Allerdings wurden Hochbunker ja im 2. Weltkrieg gebaut, um die Bevölkerung bei Angriffen der Aliierten mit Abwurfsprengmunition zu schützen und sind dementsprechend stabil konstruiert. Die Überlegung wurde also verworfen.

Da sich mutmaßlich rund 100 Tonnen ätherischer Öle in den obereren Stockwerken befanden, gestaltete sich der Innenangriff der Feuerwehrkräfte äußerst schwierig. Außerdem war das Löschwasser kontaminiert, hier half das THW mit dem Aufbau einer Löschwasserrückhaltung und Separation von Öl und Wasser.

Zusammen mit verschiedenen Fachgruppen aus den Ortsverbänden Hamburg-Altona (FGr Räumen, FGr Sprengen, Zugtrupp und Bergung), Hamburg-Bergedorf (Bergung), Hamburg-Harburg (Führungsdienst), Hamburg-Mitte (FGr Ölschaden, Zugtrupp und Bergung), Hamburg-Nord (Ortung) sowie OV Lübeck (FGr Ölschaden) wurden vielfältige Einsatzoptionen bereitgehalten.

Jeweils 15.000 Liter: Zwei Auffangbecken für kontaminiertes Löschwasser

Nur vier Tage später brannte es in Hamburg erneut in einem als Lagerhaus genutzten Hochbunker: Diesmal waren es ca. 5 Tonnen Pyrotechnik für professionelles Höhenfeuerwerk, die sich im Bunker aus bislang ungeklärter Ursache entzündeten. Eine Gefahr durch die Explosion im Bunker ging für die Bevölkerung dank der massiven Bauweise eines Bunkers zwar nicht aus. Aber für die Feuerwehr war es erneut ein sehr schwieriger Einsatz.

Auch hier mussten diesmal ca. 150 Personen ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen verlassen.

Die THW Ortsverbände Hamburg-Altona und Hamburg-Mitte bauten mit dem Einsatz-Gerüst-System (EGS) für den Löschangriff von Außen auf der Gebäuderückseite eine Stellage auf. Durch die vorhandenen Lüftungsöffnungen konnte so Wasser in den brennenden Bunker gepumpt werden.

Und auch hier baute das THW Sperren zur Löschwasserrückhaltung im Eingangsbereich des Bunkers auf, um kontaminiertes Löschwasser nicht in die Umwelt gelangen zu lassen.

Ausgesprochen gut kam es bei den freiwilligen Helfern an, dass Innensenator Michael Neumann sich im Namen des Senates der Freien und Hansestadt Hamburg bei jeder einzelnen Einsatzkraft persönlich für den ehrenamtlichen Einsatz bedankte.

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