Gemeinsame Jahresübung 2015

Ende Juni trafen sich das THW Hamburg-Altona, die Deichwacht Finkenwerder, die freiwillige Feuerwehr Havighorst mit Jugendfeuerwehr und die RAG Katastrophenschutz Hamburg der Bundeswehr zu einer gemeinsamen Wochenendübung auf dem Gelände des Deichverteidigung Depots an der Tartenberger Schleuse.

Bei einsatztypischer Unterkunft (auf Feldbetten im Schafstall) und Verpflegung (aus der Feldküche) rückten dabei natürlich die Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen auch kameradschaftlich enger zusammen. Das wohlverdiente Feierabendbier nach Dienstschluss tat dabei sein übriges.

Einsatznahe Unterbringung: Feldbetten im Schafstall

Die Einsatzkräfte wurden in „bunten“, also organisationsübergreifenden, Gruppen aufgeteilt, um dann an den Übungsstationen durch die Ausbilder unterwiesen zu werden:

1. Aufbau einer Dekontaminationsschleuse für Fahrzeuge mit dem EGS (THW)

Das Einsatzgerüstsystem (EGS) ist ein äußerst vielseitiges Hilfsmittel für das THW, neben Gebäudeabstützungen ist neben vielen anderen Möglichkeiten (Gerüstturm, Behelfssteg etc.) auch der Aufbau einer Dekontaminierungsschleuse für Fahrzeuge eine gängige Option, diese wurde z.B. eingesetzt, als die Vogelgrippe auf der Insel Rügen festgestellt wurde mussten alle Fahrzeuge, die im Verdachtsgebiet zur Beseitigung der Tierkadaver im Einsatz waren, gereinigt werden, um die Verbreitung des Virus zu verhindern. Der sichere Aufbau des EGS wurde erklärt und geübt.

2. Basis-Funkausbildung für den Katastrophenschutzfall (THW und Bundeswehr)

Für eine reibungslose Einsatzabwicklung ist die Kommunikation der Einsatzkräfte untereinander unerlässlich. Wichtige Grundbegriffe wie Funkdisziplin, Rufnamen, Technikgrundlagen wurden vermittelt.

3. Grundlagen des Transports von Verletzten (Bundeswehr)

Bei Schadenslagen, in denen die Katastrophenschutzorganisationen zum Einsatz kommen, sind Verletzte (fast) immer zu retten und einer Erstversorgung zuzuführen. Aber wie einen Verletzten richtig in eine Trage einbinden, oder den EVAC CHAIR korrekt handhaben? Wie kann auch mit einfachsten Hilfsmitteln (z.B. Dreieckstuch) eine Person transportiert werden? Diese Punkte wurden ausführlich behandelt und am praktischen Beispiel trainiert.

4. Einsatz einer TS 8/8 mit verschiedenen Strahlrohren (Freiwillige Feuerwehr Havighorst)

Was ist eine Tragkraftpritze (TS) und was bedeutet die Spezifikation 8/8 (800 Liter pro Minute, 8 bar Förderdruck), wie wird diese zur Wasserentnahme am Löschteich richtig aufgestellt, welche Schlauchleitungen kommen zum Einsatz, was ist das „Erste Rohr“, welche Kommandos werden gegeben, welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Strahlrohren (Voll-, Hohlstrahlrohr), wie werden sie bedient, was ist ein Stützkrümmer? Was einfach aussieht, bedarf einer gründlichen Ausbildung, hier wurde Basiswissen vermittelt und der Grill fachgerecht abgelöscht.

5. Karten- und Kompass-Kunde (Bundeswehr)

Nicht in jedem Einsatzgebiet funktioniert das Navigationssystem: Wo keine Straßen vorhanden sind, ist es ausgesprochen hilfreich, noch mit einfachen Hilfsmitteln wie Karte und Kompass seinen Weg finden können. Was für die Kameraden der RAG (Reservisten Arbeitsgemeinschaft) Basiswissen ist, war für die „Navi“-Verwöhnten Einsatzkräfte der anderen Hilfsorganisationen eine willkommende Ausbildung.

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