Einsatz für die Fachgruppe Sprengen: Amtshilfe für den Zoll

Ungewöhnlicher Einsatz für die Fachgruppe Sprengen im Rahmen der Amtshilfe einen Tag vor Silvester: Der Zoll hatte in Hamburg Hamm einen illegalen Feuerwerksverkauf und das dazugehörige Lager in einem Wohngebäude in Billstedt entdeckt. Die Mengen waren so gewaltig, dass auch umliegende Gebäude evakuiert und die Pyrotechnik in einen Munitionsbunker der Bundeswehr transportiert werden mussten.

Die Fachgruppe Sprengen verfügt über sach- und fachkundige Helfer, denen der Umgang mit Sprengstoffen und Pyrotechnik nicht fremd ist. Aber bei der Auffindesituation in einer Privatwohnung, einer Sammelgarage und einer Werkstatt staunten alle Beteiligten nicht schlecht: „So etwas haben wir noch nicht gesehen“, so ein Sprecher der Fahndungsgruppe beim Zoll. Rund 3 Tonnen Feuerwerkskörper wurden sichergestellt. Sie waren für den freien Verkauf an Jedermann nicht zugelassen.

Das größte Problem: Die Böller und Raketen waren alles andere als sachgerecht gelagert. Die Sicherheitsbehörden ordneten eine Evakuierung der umliegenden Gebäude (unter anderem ein Einkaufszentrum) an, bevor das THW die Entschärfer der Polizei beim sicheren Abtransport der gefährlichen Waren unterstützen konnte.

Für alle Einsatzkräfte wurde es eine lange Nacht. Die Böller (bis zur Größe eines Fussballs) wurden zur Asservierung mit Blaulicht in einen Munitionsbunker der Bundeswehr verbracht. Erst gegen 04:30 Uhr am Silvestermorgen war der Einsatz für die beteiligten Helfer der Sprenggruppe und der Räumgruppe beendet.

Dabei wurde wieder einmal mehr deutlich, wie notwendig die Feuerwerksseminare für Jungendliche sind, die die Fachgruppe Sprengen jedes Jahr bei Jugendgruppen abhält. Nicht umsonst erlaubt der Gesetzgeber die Abgabe von Feuerwerksartikeln der Klasse II nur an Personen ab 18 Jahren.

Theorie für die Jugendgruppe THW und Feuerwehr in Neustadt in Ostholstein: Knaller und Böller, was sind sie, wie funktionieren sie, was sind die Gefahren?

Die im freien Verkauf angebotenen Artikel müssen ein Zulassungszeichen aufweisen, welches die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) nach entsprechender Prüfung für jeden Feuerwerksartikel erteilt. Ohne diese Prüfnummer sollte ein Böller oder ein Effekt keinesfalls abgebrannt werden. Wer mit „Polen-Böllern“ erwischt wird, verstößt gegen das Sprengstoff-Gesetz und riskiert sogar eine Freiheitsstrafe!

Wie gefährlich nicht zugelassene Böller im Vergleich zur legalen Ware sind, zeigt der „Schweinepfoten-Vergleich“: Der „Polen-Böller“ vom Schwarzmarkt stellt selbst erfahrene Chirurgen vor Probleme, eine Hand zu retten, wo ein (immer noch nicht ungefährlicher!) zugelassener Böller „nur“ zu Verbrennungen geführt hätte. So starben in der Silvesternacht 2014/2015 in Deutschland mindestens drei Menschen (18, 19 und 33) an den Verletzungen, die illegale Böller, die sie zündeten, verursacht hatten!

Weitere wichtige Tipps: Niemals Feuerwerk in Taschen in der Kleidung verwahren! Zünden diese in der Tasche, führt dies zu schweren Verbrennungen. Immer die Hinweise auf der Verpackung beachten, immer ausreichend Abstand zu Menschen und Tieren sicherstellen, für Raketen eine sichere Abschussrampe (gesichert gegen Umkippen!) herstellen und auf „freie Flugbahn“ achten, keine Pryrotechnik aus der Hand zünden, Blindgänger niemals erneut zu zünden versuchen!

Hände weg von Pyrotechnik ohne Zulassung!

Das THW Hamburg-Altona wünscht allen Angehörigen, Freunden und Interessierten einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2015!

2.364 views

Dieser Beitrag wurde unter Artikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.