Brücken bauen – Nicht immer nur ein Synonym. Wir können das wirklich!

Im Leben wird so manche Brücke gebaut – meist aber eher im übertragenen Sinne. Doch bei Hochwasserlagen ist das Bauen von Stegen und Behelfsbrücken, so profan das auch klingen mag, für die Bewohner der betroffenen Überflutungsgebiete eine der wichtigsten Maßnahmen, um das tägliche Leben aufrecht zu erhalten.

Das THW ist darauf ausgerichtet, in ausgesprochen schwierigen Situationen die Bevölkerung zu schützen. Wir retten Personen, kümmern uns um Tiere und nicht zuletzt Sachgüter. Am Einsatzort angekommen, erkunden wir die Situation, suchen ab, durchforschen den Schadensort, dringen in die letzten Winkel vor, retten und beräumen schließlich die Unglücksstelle. Wir wissen, wie man Gebäude(-teile) abstützt, Personen in einem Trümmerkegel ortet, mit Menschen, wenn nicht anders möglich, mit behelfsmäßigen Tragen rettet und Brände bekämpft. Wir machen das im In- und Ausland! Wir können das deshalb, weil wir es regelmäßig üben. So auch am letzten Wochenende.

In den letzten Jahren waren Großschadensereignisse für das THW zumeist Flutkatastrophen. Der Küstenschutz an den Meeren wurde seit vielen Jahren deutlich verbessert, aber Flüsse wie Rhein, Donau, Oder und nicht zuletzt die Elbe haben, gerade in den letzten 10 Jahren, immer wieder erhebliche Flutschäden verursacht. Bei solchen Naturereignissen ist es nicht nur wichtig, die Schäden durch die zerstörerische Gewalt der Wassermassen zu begrenzen, ebenso wichtig ist es, für die betroffene Bevölkerung ein Mindestmaß an öffentlichem Leben sicherzustellen.

Stege- und Brückenbau ist deshalb ein zentrales Thema beim THW. Die Bergungsgruppen des 1. und 2. Technischen Zuges haben am vergangenen Wochenende genau dies gemeinsam trainiert: Insgesamt 4 Dreiböcke (gebunden aus jeweils drei Rundhölzern) bilden zwei Portale, unter denen ein Hängesteg, über ein Gewässer, befestigt wird. Die Besonderheit: Für die Erstellung können rohe Stämme schlanker Bäume verwendet werden, die mit Seilen durch tausendfach bewährte Stiche und Bunde (= Knoten) miteinander verbunden werden. Die Bilder täuschen nicht: Das geht verhältnismäßig schnell, ist zuweilen wirklich anstrengend!

Gut, das Mariola, unsere Küchenfee, die unsere Kameraden mit einer guten Mahlzeit bei Laune und Kräften gehalten hat.

Auch wenn der Hängesteg am Ende der Ausbildung „nur“ über unseren gepflasterten Hof geführt hat. Unter ihm hätte auch eine überflutete Straßen sein können, über ihn wäre eine Arztpraxis eine Apotheke oder auch „nur“ ein Geschäft erreichbar. Oder über ihn wären Verletzte gerettet worden. Und das wäre im Ernstfall alles wirklich wichtig!

Fazit: Wir können auch Behelfsbrücken! (Und vieles mehr)

Wer es auch lernen möchte: Das THW Hamburg-Altona sucht Ehrenamtliche Helfer mit Lust auf Lernen. Jeden Tag!

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